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Ergonomie am Arbeitsplatz zahlt sich aus: Kostendruck und Mitarbeitermangel optimieren die Packplätze

Leinfelden-Echterdingen, Interview mit Peter Plambeck, Senior Consultant Produktmanagement Füllen + Polstern, Antalis Verpackungen GmbH, zum Thema Ergonomie beim Verpacken von Waren.

Warum ist die Ergonomie am Arbeitsplatz von großer Bedeutung?

Peter Plambeck: Im hart umkämpften Logistik-Arbeitnehmermarkt herrscht Vollbeschäftigung. Unternehmen wollen und müssen einen besseren Arbeitsplatz bieten, um neue Mitarbeiter zu überzeugen. Darum investieren sie in die Verbesserung einzelner Arbeitsstationen und -prozesse. Ein ergonomischer Arbeitsplatz wirkt sich positiv auf die Gewinnung von Mitarbeitern und deren Verbleib im Unternehmen aus. Zudem wird der Arbeitsprozess optimiert und die Qualität des Verpackens gesteigert. Dies alles reduziert Kosten. Die aus Japan stammende Kaizen-Philosophie strebt genau nach dieser ganzheitlichen Verbesserung und kann praktisch in allen Bereichen angewendet werden. Jeder Mitarbeiter soll seine Tätigkeiten und seinen Arbeitsplatz permanent kritisch hinterfragen und seine Arbeitsweise kontinuierlich verbessern. Wir sind fest davon überzeugt, dass es immer etwas zu verbessern oder zu vereinfachen gibt.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie mit einer Prozessoptimierung beauftragt wurden?

Peter Plambeck: Zuerst hinterfragen wir die bestehenden Prozesse. Wir starten daher immer mit einer Analyse. Dafür filmen wir beispielsweise die Prozessabläufe der Versandmitarbeiter. Danach gehen wir gemeinsam mit dem Packer jeden Handgriff an seinem Arbeitsplatz durch und stoppen die Zeit für die Tätigkeit. Dabei wenden wir das Kaizen-Prinzip an: Durch die prozessgenaue Anordnung der Arbeitsmaterialien am Packtisch werden unnötige Handgriffe reduziert und damit die Packgeschwindigkeit erhöht. Dabei entstand beispielsweise auch die Lösung, einen Mülleimer im Tisch zu integrieren. Denn die ursprüngliche Handlung „Knüllen und Wegbringen“ dauerte 20 Sekunden, mit dem im Tisch integrierten Mülleimer nur noch 2 Sekunden. Bei täglich 250 verpackten Paketen pro Mitarbeiter ergibt das eine Einsparung von 75 Minuten pro Mitarbeiter. Wenn Sie das dann auf die Anzahl der Packplätze und Schichten pro Tag hochrechnen, kommen beachtliche Zahlen zusammen.

Wie kann die Ergonomie am Arbeitsplatz im Verpackungsbereich verbessert werden?

Peter Plambeck: Alles in Reichweite für kurze Handgriffe, die Möglichkeit sowohl im Sitzen als auch im Stehen zu arbeiten und ganz wichtig: die Entlastung des Rückens. Arbeitgeber legen Wert darauf, dass ihre Mitarbeiter an Packtischen ihren Rücken und insbesondere die Bandscheiben schonen. Das lösen wir zum Beispiel mit Seilzügen, Vakuumhebern oder mit höhenverstellbaren Tischen. Auch eine flexible Fußmatte am Boden entlastet den Rücken. Die Platzierung von Füllmaterialien in ergonomischer Höhe ist eine weitere Optimierung.

Welche Projekte hat Antalis Verpackungen in diesem Bereich bereits umgesetzt?

Peter Plambeck: Bei einem unserer Kunden, einem großen Versandhändler, haben wir alle Packtische exakt identisch ausgestattet. So kann jeder Mitarbeiter an jedem Arbeitsplatz beim Start seiner Schicht sofort loslegen. Weiter gibt es an jedem der Packplätze eine Liste, auf der die Mitarbeiter die nötigen To-Dos wie Papierkorb leeren oder Lieferscheintaschen auffüllen abhaken, bevor sie die Schicht beginnen. Durch diese Standardisierung wird der Arbeitsprozess um bis zu 64 Prozent beschleunigt.

Erzählen Sie uns ein weiteres Beispiel aus Ihrem Alltag?

Peter Plambeck: Bei einem meiner letzten Projekte haben wir eine Packstraße für einen Kunden aus der Branche Landmaschinen / Automotive realisiert, in der schwere Batterien von 30 bis 60 Kilogramm Gewicht verpackt werden. Früher wurden die Batterien von den Packern händisch gehoben, durch unsere Prozessoptimierung entlastet eine Hebehilfe die Mitarbeiter. Diese Maßnahme hat krankheitsbedingte Ausfälle reduziert und die Effizienz um 30 Prozent gesteigert.

Welche Rolle nimmt die Automatisierung ein?

Peter Plambeck: Es wird immer mehr teilautomatisiert. Denn die Firmen haben nicht nur Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden, sondern gleichzeitig wird am Markt eine immer größere Schnelligkeit gefordert. Diese ist ohne Automatisierung gar nicht mehr zu leisten. Statt beispielsweise auf einem Lieferschein von Hand jede Position abzuhaken, können die mit RFID-Codes versehenen Produkte gescannt werden.

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