Frank´s Ringerblog

9. Oktober 2013
von Frank
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„Wenn Träume in Erfüllung gehen“

Ihr habt lange nichts mehr von mir gehört … Meine letzten Wochen waren ganz schön stressig, aber angefüllt mit so vielen Erlebnissen, ich erzähle euch der Reihe nach:

Zwei Wochen vor der WM ging es mit der Nationalmannschaft nochmal zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung nach Polen, in die Nähe von Danzig. Dort trainierten wir zusammen mit fünf weiteren Nationen. Wieder zurück aus Polen veranlasste Bundestrainer Michael Carl einen  letzten Trainingsblock in meinem Heimatort Musberg.

Der Plan war, sich den allerletzten Schliff in diesen Tagen zu holen, allerdings kam alles anders. Nach der ersten Einheit fühlte ich mich nicht gut, über Nacht ist dann auch eine starke Erkältung ausgebrochen. Ich bin nach Absprache mit meinen Trainern sofort aus dem Trainingsprozess ausgestiegen und lag vier Tage flach. Gottseidank hat sich mein Körper in diesen Tagen wieder halbwegs regeneriert und ich konnte mit dem Abnehmen für die WM beginnen. Manchmal braucht der Körper einfach eine Pause und diese holt er sich dann auch 😉

Das Abkochen kommt mir bei jedem Mal schwieriger vor, mein Körper will die Kilos einfach nicht hergeben. Mir gelang es irgendwie durch eisernen Verzicht von Nahrung und auch Flüssigkeit mein Normalgewicht von guten 73 kg auf die 66,00 kg wieder runterzudrücken. Zur Erklärung: Wenn die Waage nur 100g mehr anzeigt darf man nicht an den Start gehen!

Am Samstagabend nach der Waage waren alle Schmerzen vergessen, nachdem ich wieder reichlich essen und trinken konnte, sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Die mentale Anspannung war enorm, alle Nationalmannschaftskollegen/innen hatten eine Medaille verpasst, dadurch waren die Erwartungen an mich erst recht hoch – Ringer-Deutschland schaute auf mich. Viele Bemerkungen sind gefallen, wie z.B. „unser Franky schafft das schon“ oder „du packst das“ und jeder klopfte mir auf die Schulter …

Gleich zu Beginn hat mich das Losglück verlassen! Alles was Rang und Namen hatte war mit mir in den unteren Ast des Pools gelost worden. Aber wie sagt mein Coach immer: Wer Weltmeister werden will, muss alle besiegen :-)

Am Sonntag ging ich hochkonzentriert ins Rennen und traf nach hart erkämpften Siegen über Kasachstan und Litauen auf den russischen Topfavoriten, Albiev. Da ich wusste, dass dieser am Boden seine Stärken hatte, musste ich der Aktivere bleiben, damit ich erst gar nicht in die Unterlage musste. Ich marschierte nach vorne – gab alles. Dennoch hat mich der Kampfrichter als passiv angezeigt, was wirklich keiner verstand, jedenfalls nutzte Albiev seine Chance und punktete am Boden. Mein Konter, der fast zum Schultersieg führte, blieb nach einer Challenge (Videobeweis) ebenfalls ohne Wertung, anstatt einem 3:2 stand es 5:0 für den Russen und ich musste nochmals in die Unterlage. Albiev machte seinen 8:0 Sieg perfekt. Die Halle pfiff und tobte…  für mich brach eine Welt zusammen, der Traum vom WM Gürtel war ausgeträumt.

Kein Schultersieg und auch keine Punkte???

Ratlosigkeit über nicht nachvollziehbare Schiedsrichterendscheidungen!

Meine Trainer waren sicher, dass der Russe ins Finale marschieren wird und leisteten Aufbauarbeit an mir :-) Meinen Frust konnte ich in einen unbändigen Siegeswillen umwandeln: In der Hoffnungsrunde traf ich auf den Kubaner Petro Mulen, gegen den ich in vielen Trainingslagern und Turnieren immer „heiße Duelle“ hatte. In Budapest konnte ich ihn hauchdünn mit 3:2 schlagen.

Dadurch hatte ich die Chance im kleinen Finale die Bronzemedaille zu erkämpfen. Gegenüber stand mir nun der Aserbaidschaner Hasan Aliyev – der Weltmeister von 2010.

Anspannung vor dem Großen Kampf (Fotoquelle: Heinzelbecker)

Nach einem nervenaufreibenden „Krimi“ konnte ich meinen Traum von einer Medaille doch noch verwirklichen. Ein unbeschreibliches Gefühl trotz des verlorenen Kampfes gegen den Russen. Ein altes Sprichwort sagt: „Man sieht sich immer zweimal im Leben“, unter diesem Motto konnte ich den Kampf abhaken und mich über die Medaille freuen. Zuhause angekommen ging es sofort in den Musberger Bürgersaal, wo die Ringerabteilung kurzfristig einen schönen Empfang für mich vorbereitet hat. Mein Berater Jens Zimmermann hatte noch einen besonderen Überraschungsgast eingeladen: Marcel Nguyen. Mein Kumpel und zweifacher Vize-Olympiasieger im Turnen kam nach Musberg um mir zu gratulieren. Was für eine Ehre!

An diesem Tag erhielt ich auch noch kurzfristig per E-Mail eine Einladung zum „Champion des Jahres“ nach Apulia/Italien in den Robinson Club. Eine Woche, die als besondere Auszeichnung gilt, denn man qualifiziert sich nur mit einer WM- oder Olympia Medaille. Allerdings hatte ich bereits mit meinen 2 besten Kumpels einen Kurztrip nach Dubai  gebucht. Nach Absprache mit den beiden haben wir den Kurztrip auf Anfang nächsten Jahres verschoben und ich konnte der Champions-Einladung zusagen. Zusammen mit meiner Freundin erlebte ich unvergessliche Tage im Kreis vieler Sportgrößen und herausragenden Persönlichkeiten.

Fotoshooting in der Brandung von Italien :)

Gala Abend beim Champion des Jahres 2013

Donnerstagabend sind wir wieder in Deutschland angekommen. Am darauffolgenden Samstagsabend begann mein Einstieg in die Bundesliga. Dort traf ich auf den Topringer aus Armeniern, Julfalakyan, gegen den ich im letzten Jahr noch deutlich unterlag. Dieses Mal lief aber alles anders und ich schickte ihn durch eine technische Überlegenheit wieder nach Hause :) Die Freude war riesig und diese feierte ich dann auch mit den ca. 1.500 Nendinger Fans.

Auch mein Bundesliga-Coach Volker Hirt freute sich mit mir über die 4 Punkte

Euer Fränky

 

TV Berichte:

SWR Sport im Dritten (08.09.2013): http://swrmediathek.de/index.htm?hinweis=swrlink

RegioTV: http://www.regio-tv.de/video/283439.html

RegioTV: http://www.regio-tv.de/video/283347.html

SponTV: http://www.spontv.de/frank-st%C3%A4bler-hat-wm-bronze-im-ringen.html

WM Bronze Kampf: http://www.youtube.com/watch?v=7KRkVa0JNkM&feature=youtu.be

12. September 2013
von Frank
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„Die WM steht vor der Tür“

Nach sehr harten und intensiven Wettkampf und Trainingswochen steht die Weltmeisterschaft nun vor der Tür. Der letzte Form-Test erfolgte auf dem Pytlasinski Cup in Warschau. Ein Traditionsturnier das neben EM und WM zu den stärkst besetzen Turnieren der Welt zählt. Ich könnte mich trotz einer großen Platzwunde, die ich mir im zweiten Kampf zugezogen hatte, trotzdem bis ins Finale durchkämpfen, Auf dem Weg dorthin besiegte ich Kämpfer aus Schweden, Kroatien, Kasachstan und Georgien. Im Finale traf ich in einer Neuauflage gegen den Ungarn Tamás Lőrincz (wie bei meiner Olympiapremiere). Leider behielt er erneut die Oberhand und konnte mich knapp besiegen. Trotz der Finalniederlage war es für mich ein super Ergebnis und eine erneute Bestätigung meiner momentan guten Form.

Der Cut

Siegerehrung

Ein paar Tage nach dem Turnier traf sich die Nationalmannschaft für vier Tage in Leipzig um am Institut für angewandte Trainingstechnologien unseren derzeitigen Leistungsstand zu ermitteln.

Ein Highlight war die Gegenstromanlage, es war faszinierend die Gewalt von Wasser am eigenen Körper zu spüren.

Im Gegenstromkanal in Leipzig

Dann hatte ich eine Kompensationswoche, in der ich mal nicht in „Roten Bereichen“ trainieren musste. Der Schwerpunkt lag auf Grundlagentraining mit vielen technischen Abläufen. Hierfür hatte ich kompetente Hilfeleistung von meinen Nationalmannschafts Kollegen Konstantin Schneider und Matthias Maasch. Direkt im Anschluss ging es auf die unmittelbare WM-Vorbereitung nach Polen (Danzig). Hier folgten zwei harte Trainingswochen zusammen mit Schweden, der Schweiz, Dänemark, Litauen und Polen.

Trainingswoche in Musberg zusammen mit Maaschi und Costa

Training in Danzig (Polen)

Zuhause angekommen ging die Aufregung los, aber nicht in Bezug auf die WM sondern wegen der IOC Entscheidung ob Ringen olympisch bleibt oder nicht. Ich verfolgte die Entscheidung zusammen mit meinem Coach Andreas live vorm PC. Ich war aufgeregt wie vor einem großen Kampf, als wir dann endlich die erlösenden Worte „Congratulation to WRESTLING“ hörten hat die Freude kein Halten mehr gefunden. Die Sportart, die ich über alles liebe bleibt olympisch!

Zu dieser Entscheidung durfte ich auch gleich abends in „Sport im Dritten“ beim SWR, Rede und Antwort stehen. Am Tag darauf gab ich noch einen Pressetalk und beantwortete alle Fragen der Journalisten auch in Bezug auf die Weltmeisterschaft. Somit ist die Medienarbeit für mich nun beendet und ich kann mich voll und ganz auf die WM fokusieren.

Zusammen mit Moderator Tom Bartels

Beim Pressetalk in meinem zweiten Wohnzimmer (Musberger Trainingshalle)

Die Nationalmannschaft wird noch für drei Tage in meiner Heimat Musberg verweilen und die letzten Belastungsblöcke absolvieren. Dann beginnt für mich der erste Kampf, das Abnehmen. Zum letzten Mal für dieses Jahr muss ich meinem Normalgewicht von 73Kg auf 66Kg reduzieren. Mein Wettkampftag bei der WM in Budapest ist der 22.09.2013, diesen könnt Ihr im Livestream hautnah mitverfolgen.

http://www.wrestling2013.com/en/

Drückt mir die Daumen, dass meine Träume in Erfüllung gehen.

 

Euer Fränky

 

Aufzeichnung SWR:

http://swrmediathek.de/player.htm?show=80e236c0-1925-11e3-b866-0026b975f2e6

Aufzeichnung RegioTV: http://www.regio-tv.de/video/278931.html

 

 

 

 

 

 

 

2. August 2013
von Frank
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„Die WM rückt immer näher“

Nach der Gold-Medaille beim Grand Prix in Dortmund ging es direkt in die Sportschule nach Hennef. Dort stand ein internationales Trainingslager an – gemeinsam mit Polen, Dänemark, Schweiz und Finnland. Ich konnte gut trainieren und durch den Sieg war mein Selbstvertrauen ebenfalls gewachsen. Somit bin ich voller neuer Motivation gemeinsam mit der Nationalmannschaft zum Grand Prix nach Bukarest (Rumänien) geflogen. Im Finale konnte ich gegen den Lokalmatadoren Georgian Carpen souverän mit 9:0 gewinnen. Dieser Kampf war eine Neuauflage des EM-Finales 2012. Es war schon etwas Besonderes, gegen den Lokalmatador in dessen eigener Halle zu gewinnen. In der “Höhle des Löwen“ zu bestehen, war eine wichtige Bewährungsprobe auf dem Weg zur WM im September in Budapest.

Gemeinsam mit meinen erfolgreichen Team Kollegen

Zurück aus Bukarest belohnte ich mich selbst mit einem schönen Abend auf der Audi Style Night in Stuttgart. Ein toller Abend mit vielen interessanten Gesprächen.

AudiStyleNight mit Freundin Sandra

AudiStyleNight mit Manager Jens Zimmermann und Turnerstar Marcel Nguyen

Letzte Woche fand ein weiteres einwöchiges Trainingslager in Aschaffenburg statt. Hier noch ein Foto vom Mannschaftsabend beim Grillen am Main-Ufer.

Neue Energie beim Mannschaftsabend gesammelt

Meine Trainer und auch ich sind sehr zufrieden mit meiner derzeitigen Form: Zwei Grand Prix´s –  zwei Mal Gold.

Die neuen Regeln liegen mir sehr gut, dennoch gibt es noch viele Fehler, die auszubessern sind. An diesen versuche ich nun in den verbleibenden Wochen zu arbeiten. Anfang August steht die Generalprobe für die WM an: Der Pytlasinski Cup in Polen (Warschau). Dieses Turnier ist außer EM, WM und den Olympischen Spielen eines der höchst angesehensten weltweit.

Auch hierfür dürft Ihr mir die Daumen drücken 😉

Bis bald, Euer Fränky

RegioTV: Bester deutscher Ringer trifft besten Sportabiturienten des Landes

http://www.regio-tv.de/video/273205.html

Stern Online:

http://www.stern.de/sport/sportwelt/ringer-staebler-gewinnt-grand-prix-von-rumaenien-2037980.html

Stuttgarter Nachrichten:

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ringen-in-vaihingen-musberg-praxis-trifft-theorie.2e54ac8b-f6da-45b6-9e07-a023d5d7b5b6.html

15. Juli 2013
von Frank
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Erster Wettkampf – erste Medaille, so kann´s weiter gehen :)

Eigentlich war ein Lehrgang in Ungarn geplant – dieser wurde aber von den verantwortlichen ungarischen Organisatoren sehr kurzfristig abgeblasen. Somit fand für die deutsche Nationalmannschaft ein Lehrgang in Aschaffenburg statt. Ausnahmen gab es nur für Oliver Hassler (96Kg) und mich, da wir leider momentan keine große Dichte an Sparringspartnern in Deutschland haben. Wir sind also spontan in Begleitung unseres Sportdirektors Jannis Zamanduridis wieder in die Ukraine/Alushta geflogen. Es waren nur 8 Tage geplant, diese sollten es aber in sich haben. Der Plan war: Anreisetag, drei Tage Belastung, einen Tag Regeneration, zwei weitere Belastungstage und wieder Heimreise. Ein Belastungstag sah wie folgt aus: Morgens ein kleiner Lauf mit technischer Analyse des Kampfverhaltens, es folgten Matteneinheiten von 10:00 – 12:00 und 17:00 – 19:00 Uhr. Der Lehrgang hatte ein unglaubliches Niveau, vertreten mit 14 verschiedenen Nationen, insgesamt ca. 170 Top-Athleten. Das Training war unglaublich intensiv, vor allem die Kämpfe mit dem Vize-Olympiasieger aus Ungarn, gegen den ich in London verloren hatte.

Nach dem kräfteraubenden Lehrgang durfte ich Zuhause ein paar Tage langsamer machen, um wieder Kraft zu tanken. Danach begann schon die Gewichtsreduktion für meinen ersten großen Test in Bezug auf die Weltmeisterschaft: Der Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland.

Ich war im Vorfeld sehr gespannt auf dieses Turnier, da es eine Premiere mit den neuen Regeln war und ich nicht wusste, wie mein operiertes Knie auf die Extrembelastung reagiert.

Im Endeffekt lief alles noch viel besser als geplant, das Gewicht ging gut runter und ich fand mich auch schnell ins Turnier ein. An die neuen Regeln konnte ich mich anpassen und setzte mich nach harten Kämpfen gegen Eisenkrein (Deutschland), Melkumov (Polen), Thommesen (Norwegen) und im Finale gegen den Kroaten Janecic souverän durch.

Nach dem GP-Sieg im Jahr 2012 konnte ich zum zweiten Mal den GP im eigenen Lande gewinnen –  ein tolles Gefühl!

Nun bleibt aber nicht viel Zeit, denn nächste Woche wartet ein weiteres internationales Turnier in Rumänien auf mich. Dort werde ich wiederum alles versuchen um eine Medaille zu gewinnen. Drückt mir auch hierfür die Daumen.

Euer Fränky

3. Juni 2013
von Frank
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„Zurück zur alten Stärke finden“

Unter diesem Motto verging der Monat Mai. Ein voller Terminkalender stand an: Es begann für mich mit drei Tagen in Burghausen im schönen Bayern. Dort trainierte ich mit meinem Freund und ebenfalls Deutschen Meister Matthias Maasch. Von Bayern ging es dann direkt ins Trainingslager in die Ukraine. Dieses Trainingslager begann nicht so wie geplant. Ich bekam am zweiten Tag plötzlich starke Zahnschmerzen und musste mich letzten Endes einer zweistündigen Wurzelbehandlung unterziehen. Ich mochte Zahnarztpraxen zwar noch nie, aber im Vergleich zu den ukrainischen Einrichtungen weiß ich nun die sauberen, deutschen Praxen mehr zu schätzen.  ;- )

Die Schmerzen sind relativ schnell verflogen und ich konnte umgehend in das Training wieder mit einsteigen. Die Trainingsbedingungen sind im ukrainischen Alushta perfekt. Es wurde seit letztem Jahr ein neuer Trainings-Komplex gebaut mit allem was das Sportlerherz begehrt. Ich hatte ca. 15 Trainingspartner, die alle ein sehr hohes Niveau haben. Die ersten Tage musste ich noch ein wenig langsamer machen, da ich erst herausfinden musste, wie viel mein operiertes Knie aushalten konnte. Es blieb aber stabil und verbesserte sich Tag für Tag.

Leider blieb mir das tägliche Tapen nicht erspart! Wie man sehen kann, hatte unser Physio sichtlich Spaß beim entfernen/enthaaren

Train hard feel good…

Das DRB-Team in Alushta

Ein gewöhnungsbedürftiges russisches Frühstück: Hirseschleim und Kaviar

Zurück in Deutschland folgte ein 3-tägiges Traininglager in Freiburg. Dort bekamen wir Besuch von Martin Schmitt – Weltmeister und Olympiasieger im Skispringen. Auch er unterstützt die Kampagne „Save Olympic Wrestling“.

Weltmeister und Olympiasieger im Skispringen: Martin Schmitt

Direkt von Freiburg fuhr ich zu einem Podiums-Talk nach Pausa. Pausa feierte ihr 750-jähriges Jubiläum. Neben zwei Nationalmannschafts-Kolleginnen, Nina Hemmer und Maria Selmaier, war auch der ZDF Sportmoderator Wolf-Dieter Poschmann zu Gast. Ein gelungener Abend mit interessanten Gesprächen.

Von Links: Wolf-Dieter Poschmann, Nina Hemmer, Maria Selmaier und Ich

Des Weiteren habe ich meine Vertragsverlängerung beim ASV Nendingen bekannt gegeben. Ich freue mich auf eine tolle Saison mit hoffentlich großen Erfolgen 😉

Nun bleiben mir noch ein paar Wochen um in Form zu kommen, denn dann beginnt für mich ein Turnier-Block: Angefangen mit dem Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland  in Dortmund und gefolgt von internationalen Turnieren in Rumänien und Polen. Dann ist es auch nicht mehr lange zur Weltmeisterschaft im September in Budapest. Drückt mir für diesen langen Weg die Daumen.

Euer Fränky

3. Mai 2013
von Frank
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Der lange Weg zurück an die Spitze hat begonnen!

Direkt nach meinem Urlaub folgte der Trainingsbeginn, vier Wochen lang hatte ich kein Mattentraining, nur Stabilisationstraining für mein operiertes Knie, Kraft und Ausdauer. Ich muss zugeben, in der ersten Woche ist mir das Training sehr schwer gefallen. Durch die Knieoperation war ich naturgemäß gezwungen, Pause zu machen – sprich absolut nichts zu tun. Eine sehr ungewohnte, aber tolle Zeit in der ich zur Ruhe kam und neue Kraft tanken konnte. Dass es schwer werden würde, bis ich die Trainingsbelastung wieder leicht wegstecken konnte, wusste ich, dass ich aber vor lauter Muskelkater in der ersten Woche kaum laufen konnte war nicht einkalkuliert 😉

Aber dann lief es wieder – ich habe wieder den Spaß am harten Training gefunden und vermisste die Matte Tag für Tag mehr. Die Stabilisation von meinem Knie lief mehr als erfolgreich und ich begann schon in dieser Woche wieder das Ringer-Training auf der Matte.

Beim Stabi-Training auf dem Wackelbrett.

Im Monat April wurden mir zwei weitere große Ehren zuteil.

Zum Einen vergab die IHK Stuttgart auf der Preisträgerfeier einen Ehrenpreis an mich. Der Ehrenpreis wurde erstmals verliehen und honoriert die besonderen Leistungen vor und nach den Olympischen Spielen 2012 zeitgleich mit dem erfolgreichen Absolvieren meiner Ausbildung zum Fachinformatiker, sowie der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London. Nach den großen Anstrengungen im letzten Jahr ist das eine tolle Würdigung für mein Engagement und motiviert mich für die kommenden Monate und Jahre. Ich danke der IHK für diesen Preis, allen die mich bis heute unterstützt haben und vor allem meinem Arbeitgeber der NovaTec Consulting GmbH.

Das zweite Highlight ist die Abiturprüfung 2013 im Bereich Sport. Ich hatte die Ehre in diesem Jahr „Vorbild“ für eine der Hauptaufgaben in der Sport-Abschlussprüfung zu sein. Eine richtig tolle Sache und ebenfalls eine große Ehre für mich. Ich denke es kommt nicht allzu oft vor, dass ein noch so junger Athlet wie ich in einer Abiturprüfung vorkommt.

Auf der IHK-Preisträgerfeier

Als Referent auf dem 125 jährigen Firmenjubiläum von Maler- und Elektro Lorenz. Ich referierte vor über 400 geladenen Gästen über Höhen und Tiefen im Leistungssport.

Endlich hatte ich auch mal die Zeit gefunden einen Weihnachtsgutschein einzulösen und besuchte gemeinsam mit meiner Freundin das Musical „Rocky“ in Hamburg

In den kommenden Tagen geht’s ins Trainingslager in die Ukraine. Ich freue mich auf das kommende Training mit internationalen Top-Leuten und hoffe mein Knie hält weiterhin so gut Stand.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Fränk

9. April 2013
von Frank
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Enttäuschung trotz Goldmedaille

Der Monat März begann für mich mit Kopfzerbrechen. Ich hatte gleich mit zwei großen Problemen zu kämpfen und musste eine wichtige Entscheidung treffen.

Problem eins war, dass ich aus dem Trainingslager von Italien ungewöhnlich schwer zurückkam. Ich hatte über 74 kg – danke an dieser Stelle dem guten italienischen Essen :)

Problem zwei war, dass meine Schmerzen am Knie nicht besser wurden. Trotz zweier Kernspintomographien konnte die genaue Ursache nicht festgestellt werden. Nun stand eine große Entscheidung an – zwei Möglichkeiten hatte ich zur Auswahl:

• Sofortige Operation oder
• trotz Schmerzen Gewicht machen und auf der Deutschen Meisterschaft kämpfen

Nach langen Gesprächen mit meinem Coach, meinem Arzt und meiner Familie entschied ich mich für die 2. Variante! Um ehrlich zu sein, glaubte ich an ein Wunder – nämlich ohne Schmerzen und Einschränkungen auf der DM zu kämpfen. Meine Hoffnung war, eventuell doch noch eine Woche später zur Europameisterschaft nach Georgien zu fliegen um meinen Titel zu verteidigen!

Aus diesem Wunschdenken wurde leider nichts! Das Abnehmen ist mir dieses Mal ungeheuer schwer gefallen, doch am Ende schaffte ich es mit einem Kraftakt auf 50 Gramm genau 66,00 kg zu wiegen. Die komplette Meisterschaft über verspürte ich einen enormen Druck von außen, denn es stand für alle anderen nicht annähernd zur Diskussion, dass ich nicht Deutscher Meister werden könnte. Schließlich bin ich ja Europameister und die Deutsche Meisterschaft würde nur einen Spaziergang für mich darstellen.

Diese Denkweise von einem Großteil der Medien, der Fans, Sponsoren und auch von Freunden und Bekannten machte die ganze Sache für mich mental sehr schwierig. Letzten Endes konnte ich trotz der Knieverletzung dem Druck Stand halten und wurde zum ersten Mal in meiner Karriere Deutscher Männer Meister mit einem Punktekonto von 35:0.

Auf dem Weg ins Finale

Leider musste ich meine Träume von einer EM Titelverteidigung begraben. Nach Abstimmung mit dem Bundestrainer und meinem Personalcoach Andreas Stäbler entschieden wir uns für eine sofortige Operation am Knie. Die Einschränkungen der Verletzung waren einfach zu groß und die Priorität liegt ganz klar dieses Jahr auf der Weltmeisterschaft im September.

Im Nachhinein war die Entscheidung absolut richtig. Wie sich herausstellte hatte mein Innenmeniskus einen über 2 cm langen Riss und musste teilweise entfernt werden. Ich ging umgehend nach der Operation in Reha und machte im Anschluss daran erst einmal Urlaub mit meiner Freundin Sandra in der Dominikanischen Republik.

Bei der Behandlung

Die Bildzeitung war wie immer gut informiert 😉

Auszug von der Stern Homepage

Nun bin ich gut erholt und gesund zurück und mein Knie ist schon wieder fast zu 100 % belastbar. Die WM-Vorbereitung kann somit beginnen.

Euer Fränky

5. März 2013
von Frank
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Der Februar war geprägt von einer Horrornachricht

Am 05. Februar stand erstmal meine mündliche Abschlussprüfung auf dem Programm, diese konnte ich erfolgreich absolvieren und somit auch meine Ausbildung zum Fachinformatiker beendet. Durch die zeitliche Belastung mit der Olympiavorbereitung im letzten Sommer war dies ein ziemlicher Kraftakt. Um meine sportlichen Ziele mit einem professionellen Trainingsaufwand auch weiterhin verfolgen zu können, werde ich künftig nicht voll in das Berufsleben einsteigen können. Mein Ausbildungsbetrieb, die Firma NovaTec, hat mir eine Arbeitsstelle als Marketing Assistent angeboten, bei der ich 50% anwesend sein muss. Eine tolle Chance meinen Sport in gewohnter Weise weiterhin ausüben zu können und bei der ich mich beruflich ebenfalls weiterentwickeln kann.

Am 06. Februar flog ich dann gleich zu einem 14tägigen Lehrgang nach Catania/Sizilien meinen Nationalmannschaftskameraden hinterher. Diese waren schon einen Tag früher angereist, was mir wegen der Prüfung nicht möglich war. Also machte ich mich über München alleine auf den Weg nach Sizilien. Dort war das Wetter nicht so gut wie erhofft, wir hatten lediglich einen Tag strahlenden Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Die restlichen Tage konnten wir nicht wirklich im Freien verbringen und mussten uns leider im Hotelzimmer in der Zeit zwischen Training und Essen aufhalten.

Im Trainingslager erreichte uns auch die unfassbare Meldung, das Ringen ab 2020 aus dem Olympiaprogramm genommen werden soll. Als ich Dienstagmorgens aufwachte und 20 verpasste Anrufe auf meinen Handy sah, wusste ich gleich: Da ist etwas passiert!

Sicher haben Sie schon davon gehört, es ist derzeit in aller Munde. Ob nationale oder internationale Medien, Print oder Digital – die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees wird heiß diskutiert.

Nach den vielen tollen Erlebnissen bei den Spielen in London, kann ich für mich und alle weiteren Ringergenerationen nur hoffen, dass die starke weltweite Gegenbewegung der internationalen Ringerfamilie letztlich den Konter erfolgreich setzen kann und doch noch den Schultersieg, sprich die Umkehr vom vermeintlichen Ausschluss des Ringens, davon trägt. Die Sportart die ich so liebe muss olympisch bleiben!

Iran, USA und Russland rudern in eine Richtung! 20.000 Ringsportbegeisterte die, die Meinung des IOC´s nicht teilen, letztes  Wochenende beim WeltCup in Tehran!!!

Interview-Auszug aus der Bild Zeitung!

Umringt von ca. 60 Grundschülern die uns begeistert beim Training in Italien zugeschaut haben, mit anschließender Autogrammstunde.

Ein Highlight im Trainingslager war die Besteigung des Ätna´s, des größten aktiven Vulkans in Europa. Eine wunderschöne Landschaft, die durch das Lavagestein geprägt wurde.

Auf dem beeindruckenden Vulkan, Ätna

In wenigen Tagen (08.-10. März) kämpfe ich im sächsischen Pausa um die Deutsche Einzelmeisterschaft 2013.

Ich habe die Ehre das Werbegesicht der Deutschen Meisterschaft zu sein 😉

Ich bin schon sehr gespannt und heiß auf diese DM, da es mir in meiner bisherigen Karriere noch nicht gelungen ist Deutscher Meister bei den Männern zu werden. Drückt mir die Daumen, dass es diesmal klappen wird.

Euer Fränky

4. Februar 2013
von Frank
61 Kommentare

Highlight´s gleich zu Beginn des neuen Jahres!!!

Ich konnte es kaum glauben als ich zum ersten Mal die Zahl 2013 schrieb, 2012 ist schon vorbei – einfach verrückt! Das komplette Jahr verflog – gefühlt wie ein Monat. Aber das neue Jahr war da und wartete auch gleich mit weiteren großen Aufgaben auf mich.

Die Silvesterparty war dieses Mal ein bisschen ruhiger als sonst, eine kleine „Homeparty“ mit ein paar Freunden und Spanferkel grillen. Ich genoss das Essen besonders, da es ab dem nächsten Morgen wieder hieß: Abnehmen. Mein erster Kampf 2013 stand an und zwar gleich ein Kracher. Im Halbfinal-Hinkampf um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen Mainz kämpfte ich wieder in der Arena Geisingen vor einer Wahnsinns Kulisse, von knapp 4000 Zuschauern, gegen den Polen Dawid Kareciński. Ich gewann den über 20-minütigen Fight hart umkämpft mit 3:2. Nendingen gewann ebenfalls mit einem Punkt: 20 zu 19.

Die Freude über diesen Sieg war groß, aber diese sollte nicht lange anhalten. Eine Woche später war nämlich der Rückkampf in Mainz und dort lief es alles andere als gut. Die Mannschaft kämpfte beherzt, aber es sollte einfach nicht sein. Ich verlor diesmal gegen den gleichen Gegner umstritten mit 3:2 und der ASV Nendingen verlor sehr, sehr unglücklich mit 20 zu 18, bedeutet: Ein verdammter Punkt trennte uns vom Finale! Nendingen war raus! Mainz gewann zwei Wochen später den Deutschen Meisterschaftstitel. Die Enttäuschung im kompletten Team war groß, doch zu meinem Glück hatte ich im Vergleich zu vielen Anderen gleich wieder die nächste Herausforderung vor Augen. Ich wurde vom DRB zum Ländervergleichskampf gegen Frankreich nominiert.

Ein harter Fight gegen den Polen Dawid Kareciński

Also versuchte ich schnell die Niederlage aus dem Kopf zu bekommen und bereitete mich auf Frankreich vor. Der Kampf fand in einer außergewöhnlichen Umgebung statt, nämlich im Pariser Zirkus „Cirque d’Hiver Bouglione“. Es war ein toller Freundschaftskampf im ausverkauften Zirkuszelt, mit einer super Organisation und großer Gastfreundschaft von den Franzosen. Ich konnte meinen Kampf in zwei Runden gewinnen, das Endergebnis des Länderkampfes lautete: Unentschieden.

Ein bisschen Kultur muss sein 😉

Nun steht meine mündliche Abschlussprüfung (am 05.02.) vor der Tür, mit Bestehen dieser Prüfung ist meine Ausbildung beendet. Direkt im Anschluss fliege ich zusammen mit der Nationalmannschaft ins Trainingslager nach Sizilien(Catania), um in der Sonne neue Energie für die bevorstehenden Aufgaben zu tanken 😉

Arena der Gladiatoren

Bis bald,

Euer Fränky

2. Januar 2013
von Frank
55 Kommentare

Das Jahr 2012 geht zu Ende

Eines der schönsten Jahre meines bisherigen Lebens, aber auch das härteste und längste, geht zu Ende.

Das Jahr 2012 ist auch im Dezember nicht einfach still und leise ausgeklungen, nein es standen noch weitere Highlights an. Eines davon war der Viertelfinal-Hinkampf in Luckenwalde (nähe Potsdam), es war eine kleine Weltreise. Das Team fuhr schon einen Tag früher los, Stuttgart – Leipzig dauerte über 7 Stunden, in Leipzig absolvierten wir noch bis spät abends eine Trainingseinheit um die letzten Kilos zu verlieren. Am Samstag fuhren wir dann das letzte Stück in Richtung Luckenwalde. Ich konnte trotz den Reisestrapazen einen super Kampf machen und gewann deutlich.

Kampf in Luckenwalde gegen Marc Wentzke

Direkt nach der Heimreise ging es zusammen mit meinem Berater Jens Zimmermann weiter nach Baden-Baden zum „Sportler des Jahres“. Dort traf ich wieder viele Olympia-Bekanntschaften und Freunde. Nach einer überwältigten Ankunft mit der Limo am roten Teppich zusammen mit Turn Star Marcel Nguyen, folgten viele Fotos und Autogramme bevor das Abendprogramm begann – ein genialer Abend.

Zusammen mit Marcel Nguyen und Jens Zimmermann auf dem roten Teppich in Baden-Baden

Zusammen mit Box-Legende Regina Halmich

Zusammen mit Turnerin Elisabeth Seitz und der „Sportlerin des Jahres“ Magdalena Neuner

Zusammen mit Mr. Hulk – Robert Harting 😉

Von Baden-Baden ging es gleich weiter nach Schifferstadt ins Trainingslager, dort trainierten wir unter Bundestrainer Jannis Zamanduridis. Leider konnte ich nicht zu 100% mit trainieren, da ich mich an der Schulter verletzt habe, deshalb ging es von Schifferstadt direkt in die Sportklinik Stuttgart. Nach der Behandlung und  der Freigabe meines Arztes wartete nun der Viertelfinal-Rückkampf. Der ASV Nendingen musste wegen des großen Zuschauerandrangs in eine andere Halle ausweichen – nämlich in die Arena in Geisingen. In einer hervorragend hergerichteten Arena folgte der Rückkampf vor über 2.500 Zuschauern. Für mich ganz besonders motivierend waren die fast 100 Musberger Fans, die angereist sind. Mit einem hart erkämpften Sieg gegen meinen Nationalmannschafts-Kollegen Erik Weiß konnte ich mein sportliches Jahr 2012 mit einem letzten Sieg vor einer tollen Kulisse beenden. Aber noch viel wichtiger war natürlich der Gesamtsieg des ASV Nendingen. Nun stehen wir am 05.01.2013 wieder in der Arena in Geisingen dem ASV Mainz 88 als Halbfinalgegner gegenüber. Meine Vorhersage: Das wird ein Fight der Superlative!!!

Würdiger Abschluss eines erfolgreichen Jahres

Nun standen endlich die Feiertage an, wie oft habe ich mich in diesem Jahr danach gesehnt 😉 und nun waren sie endlich da, drei Tage… essen, trinken, schlafen, essen, trinken, schlafen und das Ganze wieder von vorne. Dies habe ich zusammen mit meiner Familie einfach genossen!

Am 29.12. war ich zusammen mit meiner Freundin Sandra, dem Kunstrad-Weltmeister David Schnabel, Schauspieler Francisco Medina (RTL Serie: Alles was zählt) und deren Manager Armin Hupp im PALAZZO Stuttgart. Ebenfalls ein toller Abend mit interessanten Gesprächen, einer geilen Show und noch besserem Essen.

Zusammen mit Fancisco und David

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, wo hoffentlich wieder viele einzigartige Momente auf uns warten.

Euer Fränky